Bereits vor einigen Wochen bin ich über das Thema „Sprache ändern“ gestolpert. Besonders bei Frauen fällt häufig auf, dass sie dazu neigen, sich viel kleiner zu machen, als sie eigentlich sind. Männer dagegen haben absolut kein Problem damit, sich mit ihren Taten zu schmücken, brüsten und oftmals vielleicht auch zu dick aufzutragen. Angestoßen durch einen spannenden Artikel bei EDITION F, habe ich mich also auch mal näher mit dem Thema „Sprache ändern“ auseinandergesetzt. Und zuerst bei mir selbst begonnen!

Wir müssen unsere Sprache fundamental ändern

Das angestoßene Thema „Sprache verändern“ stammt übrigens von einem 15-jährigen Briten namens Ed Holtom, der in einem offenen Brief an unseren Sprachgebrauch appelliert und damit den Nagel auf den Kopf trifft.

Seine These: Wir müssen unsere Sprache fundamental ändern. Wir dürfen nicht zulassen, dass uns das Geschlecht definiert. Kurzum, wir brauchen mehr, als nur das gleiche Gehalt oder die gleichen Chancen, um Gleichberechtigung zu erreichen. – Ed Holtom

Start meiner Selbstreflexion

Also begann ich direkt mir der Analyse meiner eigenen Sprache, meines Sprachgebrauchs und noch konkreter meiner Wortwahl. Bei meiner Selbstreflexion bin ich über so viele Momente, E-Mails,  Telefonate und Phrasen gestolpert, die ich wirklich ganz dringend überdenken sollte. Oder besser direkt aus meinem Wortschatz streichen sollte. Gesagt. Getan!

Meine Beobachtungen

Generell ist mir aufgefallen, dass ich mit einigen Wörtern meine Arbeit unabsichtlich klein rede. Zum Beispiel wenn man in einem Telefonat sagt: „Klar, ich ändere das kurz ab, geht ja ganz schnell!“ „Natürlich, ich mach das mal eben!“. Der Kunde denkt doch in diesem Fall, dass meine Arbeit so leicht und ruckzuck erledigt ist. Und  diese quasi Jeder mal ganz flott erledigen kann und zusätzlich nicht viel Wissen oder andere Skills dafür erforderlich sind.
Des Weiteren ist mir aufgefallen, dass ich dazu neige Verniedlichungen zu verwenden. Hinzu kommt auch noch, dass ich ziemlich oft das Wort „klein“ oder auch„kurz“ einbinde oder benutze. Warum ist es denn ein kleines, kurzes Interview anstatt ein Interview?

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Und andere?

Nachdem ich meinen eigenen Sprachgebrauch unter die Lupe genommen und bis ins kleinste Detail analysiert habe, fing ich damit an, auch den Sprachgebrauch von anderen Personen in meinem Umfeld genauer zu durchleuten. Hierbei fiel es mir wirklich wie Schuppen von den Augen; denn die These und auch meine gesammelten Eindrücke und Beobachtungen aus meiner Selbstreflexion deckten sich alle miteinander. Die Antwort auf meine Selbstanalyse und Recherche bei anderen Personenkreisen hieß also: Wir müssen unsere Sprache ganz dringend ändern!

Mehr Selbstvertrauen im Sprachgebrauch

Durch meine Recherche ist mir aufgefallen, dass wir Frauen uns hier ein paar Eigenschaften von Männern aneignen sollten und damit aufhören müssen uns selbst klein zu machen. Wir sollten dringend mehr Selbstvertrauen in uns persönlich und unsere Kenntnisse haben.


Titelfoto via Unsplash © Clem Onojeghuo


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11 Comments

  • Avatar
    Posted 12. März 2016 10:43
    by Anni

    Salut Elisa, ein wichtiges und super spannendes Thema was du da ansprichst – toll! 🙂

    Die etwas tiefer gehenden Theorien des Feminismus, sagen schon seit Jahrzehnten das alles beim Sprachgebrauch anfängt..

    Denn nicht nur wird unser Sprachgebrauch von Anfang der Sozialisierung zwischen Mädchen und Jungen getrennt, („Als Mädchen sagt man so etwas nicht“/Schulbücher!) – unsere Sprache ist an sich schon sexistisch (Man denke nur ans Französische: eine Gruppe von 99 Frauen und einem Mann, zack alles grammatikalisch ins maskulin gesetzt..) und Sprache formt ja auch die Gedanken..

    Ich habe meine erste BA Arbeit über linguistischen Sexismus geschrieben und war erschreckt wie krass der Unterscheid bereits in Schulbüchern war!

    Wir werden dazu erzogen und das muss sich ändern.

    Liebe Grüße,
    Anni

    • Elisa Zunder
      Posted 14. März 2016 10:50
      by Elisa Zunder

      Hallo liebe Anni,

      danke für dein Feedback & das dir der Artikel so gut gefällt.
      Das uns der bescheinere Sprachgebrauch (so nenn ich es jetzt mal) quasi in die Wiege gelegt wird, ist schon echt erstaunlich. Generell sollten Institute bei ihren Schülern aufhören in Geschlechtern zu denken und diese danach formen zu wollen. Es ist wichtig egal in welchen Moment, den Menschen zu sehen. Aber bis wir das erreicht haben, liegt noch ein langer Weg vor uns.

      Liebst, Elisa

  • Avatar
    Posted 12. März 2016 19:39
    by Jenni

    Hallo Elisa!

    Das ist ein Artikel, der genau in die richtige Richtung geht – und ein Problemfeld aufwirft, das in der Sprachwissenschaft und auch in der Genderforschung schon seit Jahrzehnten beackert wird: Wie Frauen und Männer eigentlich sprechen. Und die meisten Forscher* innen sind genau zu denselben Ergebnissen gekommen, die du durch deine alltäglichen Beobachtungen sammeln konntest. Es ist nur schade, dass sich seit den 70ern (in der die Schwerpunktbildung sich langsam herauszukristallisieren begann) bisher noch kein wesentlicher Fortschritt in unseren Denk- und Handlungsweisen stattgefunden hat. Ich schließe mich da (leider) dezidiert mit ein.

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Elisa Zunder
      Posted 14. März 2016 10:48
      by Elisa Zunder

      Hallo liebe Jenni,

      daher war es mir auch total wichtig, dass Thema hier aufzugreifen und vor allem vorher auch einen Selbsttest zu durchlaufen. Ich selbst konnte mir damit wirklich enorm weiterhelfen und achte seitdem viel viel mehr auf meien Wortwahl. Ich denke, das Problem ist einfach, dass viel zu wenig Frauen sich mit ihrem Sprachgebrauch genau auseinander setzen und das bestehende Defizit so gar nicht auffällt.
      Ich freue mich aber enorm, dass ich schon einige tolle Frauen erreichen konnte und die auch nun sensibilisierter für das Thema sind.

      Liebst, Elisa

  • Avatar
    Posted 16. März 2016 8:02
    by Petra

    Liebe Elisa,

    Du hast Recht und die notwendige Veränderung wird leider trotzdem noch länger dauern. Denn Spracherziehung findet zuerst in der Familie statt. Frauen, die ihrerseits genau diese Sprache gelernt und verinnerlicht haben, können und werden auch nur dies als Mutter wieder weitergeben. Denn die wenigsten hinterfragen und reflektieren ihr Leben, ihre Erziehung und die daraus resultierende Weitergabe von Konditionierungen.

    Sicherlich wäre es wünschenswert, wenn die Gesellschaft umdenkt. Ich schließe hier bewusst, neben der von Dir genannten Männerwelt auch die Frauen ein. Denn die größten Feinde lauern oft in den eigenen Reihen.

    In diesem Sinne, ändern wir uns und tragen dies tagtäglich in die Welt hinaus. Es wird anerkennend Nachahmer und Befürworter finden!

    Liebe Grüße, Petra

    • Elisa Zunder
      Posted 16. März 2016 12:22
      by Elisa Zunder

      Hallo liebe Petra,

      damit hast du wirklich recht! So lang wir (einige Frauen) mit einem guten Beispiel vorangehen und das Thema aufgreifen, ist aber schon einmal ein guter Schritt in die richtige Richtung gemacht.
      Danke für deinen umfassende Kommentar!

      Liebst, Elisa

  • Avatar
    Posted 28. April 2016 15:50
    by Katharina Fichtl

    Danke Elisa für deinen Post!
    Danke, weil es mir in den letzten Tagen vermehrt bei mir selbst aufgefallen ist und, dass du offen darüber sprichst. Wir haben keinen Grund uns selbst klein zu reden. Ganz und gar nicht.

    Ich habe zwei jüngere Brüder, die auch Unternehmer sind. Hier merke ich es extrem. Gleiche Situationen werden unterschiedlich erzählt. Sie bekommen Zuspruch, mir versucht man die Dinge schlecht zu reden 😀 Dabei verwenden sie nur andere Worte und treten zudem stärker und klarer auf.
    Das sollten wir uns abschauen.

    You rock Elisa. Bei dir mache ich mir gar keine Gedanken 😉

    Lieben Gruß
    Katharina

    • Elisa Zunder
      Posted 29. April 2016 12:22
      by Elisa Zunder

      Liebe Katharina,

      wow, danke dir für diese tollen Worte.

      <3

  • Avatar
    Posted 29. April 2016 23:12
    by Lisa

    Hallo liebe Elisa,

    ich finde deinen Beitrag wirklich klasse und stimme dir voll und ganz zu! Auch ich habe schon häufiger darüber nachgedacht, dass ich selbst oft Verniedlichungen, Superlative und schmückende Adjektive benutze, die eigentlich völlig überflüssig sind. Ich habe mir das über die Zeit angewöhnt, weil man als Frau damit irgendwie mädchenhafter, niedlicher und süßer wirkt. Bei manchen mag das mit Sicherheit gut ankommen, aber im Geschäftsleben hat es wirklich nichts verloren. Man macht sich und seine Leistung damit viel kleiner. Deshalb übe ich mich auch gerade darin, viel präziser zu sprechen und das auszudrücken, was ich wirklich meine.

    Zudem geht das Ganze noch viel weiter, nämlich wenn man seine Stimmlage genauer betrachtet. Wir Frauen sprechen häufig viel höher als wir eigentlich müssten. Auch das wirkt „irgendwie niedlich“, deshalb eignet man es sich schnell an. Ich absolviere momentan eine Ausbildung zur Nachrichten- und Synchronsprecherin und meine Sprechtrainerin hat uns Frauen im Kurs den Tipp gegeben, im Alltag und Berufsleben nicht mit zu hoher, aufgesetzter Stimme zu sprechen und vor allem auch nicht ständig zu kichern. Ihre Worte: „Damit nimmt euch im Job keiner ernst, Mädels!“ Ich denke, das stimmt. Mir fiel das in diesem Zusammenhang gerade wieder ein, denn ich gebe dir komplett Recht, dass wir unsere Sprache ändern oder zumindest mal überdenken sollten. 🙂

    Liebste Grüße
    Lisa von http://www.confettiblush.com

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    Posted 9. Juni 2017 10:13
    by bknicole

    Ich fühle mich ertappt, denn ich rede meine Arbeit auch gerne klein und gerade in einem neuesten Blogbeitrag habe ich doch glatt von einem „kleinen Interview“ gesprochen. Vor deinem Beitrag habe ich mir da auch gar keine Gedanken drüber gemacht, weil man sich dessen gar nicht bewusst ist, das wird sich nun ändern. Denn generell kann ich ganz klar sagen ,dass ich auch viel verniedliche, klein rede und adjektive einbaue, die niemand braucht. Wobei ich an letzteres schon arbeite in Bezug auf meinem Blog.

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    Posted 9. Juni 2017 10:26
    by Tina

    Das ist ein Punkt, den ich schon seit längerem immer wieder zur Sprache bringe.
    Ich glaube nämlich, dass es nicht damit getan ist, eine Frauenquote einzuführen oder die Gehälter gesetzlich zu regeln. Das wäre sehr bequem. Aber will ich einen Posten nur weil ich dadurch eine Quote erfülle, oder weil ich es mir wirklich verdient habe?
    Frauen verdienen eben auch weniger, weil sie sich beim Vorgesetzten nicht so gut verkaufen, wie ihre männlichen Kollegen. Das ist einfach so. Natürlich ist es ungerecht, wenn das Gehalt die Leistung im Vergleich zu anderen nicht widerspiegelt. Aber wenn man nichts einfordert, dann bekommt man auch nichts. So ist das.

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