#03 Die falschen Behandlungen von Ängsten, Panikattacken und Despression

Kürzlich berichtete ich über die Ursachen, Entwicklung und Symptome einer „Angststörung“. Ich habe erklärt, dass es die Angst vor der Angst, bzw. vor den Symptomen ist, die sich so schrecklich anfühlt und nicht unbedingt die Symptome ansich. Die Symptome sind eine gesunde Reaktion des Körpers, die wir mit unserem Verstand aus Unwissenheit und Hilflosigkeit falsch ausgelegen. Was zur Folge hat, dass sich Symptome verstärken und sich eine extreme Angst vor dessen Auftreten etablieren kann.

Doch nicht nur wir selbst manipulieren uns ständig – besonders in diesem „angeschlagenen Zustand“. Eine ganze Industrie nutzt die Hilflosigkeit, Leichtgläubigkeit und Zerrissenheit von physisch und mental ausgebrannten Menschen aus und generiert dadurch Milliardenumsätze… auf Kosten der Betroffenen und ihren Familien.
Und darum geht es heute.


Wichtiger Hinweis: Weder bin ich Psychologe noch befinde ich mich in solch einer Ausbildung. Ich bin ein recht normaler Typ, Ende 20, der in einem kreativen Beruf tätig ist. Aber ich berichte aus eigener Erfahrung und habe Einiges durchmachen und mir mein jetziges Wissen mühsam erarbeiten müssen. Dieses Wissen möchte ich nun gerne weitergeben und Euch somit eventuell viel Stress ersparen.


Die Suche nach Erklärungen und Hilfe im Internet

Auf meiner damaligen Suche nach Halt, Stabilität und – natürlich – Heilung, habe ich in meiner Verzweiflung nach jedem Strohhalm gegriffen, der sich mir geboten hat. Den eigenen Bekanntenkreis habe ich meinen Zustand weitestgehend verschwiegen. Nur eine Hand voll Leute wussten – wenn auch nicht von Anfang an – bescheid. Ein Großteil hätte es nicht verstanden; wovon ich auch heute noch überzeugt bin. Was jedoch, wie ich heute weiß, absolut in Ordnung ist, da man diese Erfahrungen als Außenstehender nur bedingt nachvollziehen kann. Hier darf man wirklich niemanden einen Vorwurf machen.

Meine Suche nach Ursache und Lösung begann übrigens im Internet. Das Web war Segen und Fluch zugleich, da die wenigsten Informationen dort hilfreich waren / sind und meinen Leidensweg ungemein verlängert haben. Nichtsdestotrotz bin ich durch’s Web auch auf Fachliteratur der Psychologie und Physiologie aufmerksam geworden, die mir (kombiniert) extrem dabei geholfen hat, das Gesamtbild erfassen zu können.

Das einzige, was ich aus derartigen Foren mitnehmen konnte, war: Verunsicherung.

Häufig beginnt die Suche nach Heilung (oder einfach nur einem besseren Umgang mit dem eigenen Leben) bei Menschen, die dasselbe „Schicksal“ teilen, bzw. zu wissen scheinen, wie man eine bessere Lebensqualität erlangt.
Im Falle einer Person, die unter Panikattacken oder einer „Angststörung“ leidet, führt der Weg meist erstmal in die Foren des WWW, in denen sich Betroffene über diese Themen austauschen und sich Ratschläge erteilen. Eine Community zu haben, die einem zeigt, ganz und gar nicht allein mit einem Problem zu sein, ist ansich eine sehr gute Sache. In Deutschland herrscht jedoch immer noch große Unwissenheit über diese Themen, sodass die Ratschläge der anderen Betroffenen meist nie mehr als die halbe Wahrheit enthalten. Sich gegenseitig sein eigenes Leid zu klagen, wirkt erstmal entlastend für die Psyche, bewirkt aber keine Linderung der Symptome und greift das Problem nicht an der Wurzel. Zudem tummeln sich an solchen (virtuellen) Orten auch immer jede Menge Menschen, die wirklich schwerwiegende Probleme und starke psychische Erkrankungen haben. Schnell wird man von anderen überzeugt, etwa „schizophren“ oder schwer traumatisiert zu sein. Es wird oft vermittelt (oder auch ausgesprochen), selbst mit Panikattacken unheilbar krank zu sein und nur noch medikamentös halbwegs den Alltag meistern zu können.

Ich persönlich habe mich in der düsteren Atmosphäre dieser Foren immer schnell unwohl gefühlt und gespürt, dass dies irgendwie nicht der richtige Weg sein kann, wieder „angstfrei“ zu werden. Das einzige, was ich aus derartigen Foren mitnehmen konnte, war: Verunsicherung.

Die Fallen der Spiritualität

Man fühlt sich nach einer Meditation nicht besser, weil man sich mit dem Göttlichen verbunden hat, sondern weil wir Körper und Verstand in einer stillen Umgebung entlasten und uns somit die Gelegenheit geben, Stresshormone abzubauen.

Die Suche nach Heilung geht dann für die meisten – leider nicht für alle – Betroffenen weiter und man sucht Halt bei „positiven Menschen“. Diese sucht man nicht zwangsläufig bewusst auf, sondern man kommt – besonders im Internet – einfach an ihnen vorbei, wenn man nur lange genug nach Erklärungen für den eigenen lebensbeeinträchtigenden Zustand sucht. Die Reden, Videos und Texte dieser „positiven Menschen“ und Pseudo-Weisen sind u.a. mit entsprechenden Schlagwörtern versehen, um eine möglichst breite Masse an Charakteren abzufangen.
Neben den üblichen Religionen und deren sektösen und extremistischen Abspaltungen, hat sich in den vergangenen Jahren eine neue Elite von „Weltverbesserern“ und „Gurus“ formiert, die es sich zur Aufgabe macht, die „Unglücklichen“ unter uns mit immer raffinierteren Manipulationen für sich gewinnen zu können. Sie beziehen ihre „Weisheiten“ größtenteils von den bekannten Gurus / Sektenführern des vergangenen Jahrhunderts (die Helden der damaligen Hippies), deren Lehren ihren Ursprung überwiegend im Buddhismus und Hinduismus hatten. Diese „Helfer“ haben natürlich auch immer allerhand plausibel erscheinende Erklärungen und Behandlungsmethoden für Ängste und Depressionen parat.

Nachdem ich mich einige Jahre eingehend u.a. mit dem Buddhismus beschäftigt habe, weiß ich heute, was er wirklich bedeutet und dass er eine der schädlichsten Religionen für die menschlichen Psyche überhaupt ist. Denn anders als bei anderen Weltreligionen, die von Extremisten, Gestörten und Unaufgeklärten häufig einfach nur falsch ausgelegt werden, greift der Buddhismus gezielt und unglaublich geschickt die Psyche an, um selbst gebildete und intelligente Menschen mürbe und letztendlich gefügig zu machen.
Diese s
cheinbaren Weltverbesserer kombinieren die alten Lehren heutzutage auch gerne zusätzlich mit pseudo-wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Quantenphysik und verschaffen sich dadurch sogar bei dem ein oder anderen Skeptiker Glaubwürdigkeit. Und das nicht nur bei psychisch labilen Menschen, sondern auch bei denjenigen, die mitten im Leben stehen – auch wenn es dann oft diejenigen unter uns sind, welche mit Mitte 30 das Gefühl beschleicht, bisher nicht genug aus ihrem Dasein gemacht zu haben. Wobei einem solche Gedanken auch gerne und erfolgreich eingeredet werden.
Diese „Weltverbesserer“ sind in der Regel selbst höchstsensible, beeinflussbare, einsame und psychisch labile oder sogar ernsthaft gestörte Menschen. Einigen „Heilsbringern“ ist also noch nicht einmal unbedingt Bösartigkeit vorzuwerfen – andere wiederum wissen ganz genau, was sie da tun.
Teils verfügen sie über ein übergroßes Selbstbewusstsein, haben Charisma und sind großartige Rhetoriker, die keineswegs den Anschein machen, in Wirklichkeit komplett Banane, inkompetent oder zumindest absolut uninformiert zu sein.
Noch undurchsichtiger wird das Ganze, wenn sich diese Füchse, neben dem Buddhismus und der Quantenphysik, auch noch im Christentum bedienen; damit lässt sich besonders gut der nordamerikanische, mitteleuropäische und der gottesfürchtige lateinische Markt für sich begeistern. Und „begeistern“ heißt in diesem Falle: manipulieren und ordentlich Kohle scheffeln.

Natürlich gibt es mehr als wir sehen und verstehen, aber das bedeutet nicht, dass wir uns etwas Übermächtigem unterzuordnen haben; natürlich ist es eine Wohltat, hin und wieder Zeit (allein) in der Natur zu verbringen, aber das bedeutet nicht, regelmäßig Bäume umarmen zu müssen; natürlich spielen wir uns mit dem Verstand immer wieder Streiche, aber das bedeutet nicht, dass dieser böse ist oder gar abgeschafft werden muss – sondern nur, dass wir die Funktionsweise besser verstehen müssen.
Man kann sich von diesen „Wunderheilern“ sicherlich einige Kniffe abschauen, in das eigene Leben implementieren und dadurch positive Effekte erzielen, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Intention hinter diesen Aussagen falsch ist und auf Lügen / Unwissenheit basieren. Dessen muss man sich bewusst werden. Man fühlt sich nach einer Meditation nicht besser, weil man sich mit dem Göttlichen verbunden hat, sondern weil wir Körper und Verstand in einer stillen Umgebung entlasten und uns somit die Gelegenheit geben, Stresshormone abzubauen.

Werdet bitte hellhörig bei Begriffen wie „Power- / Life-Coach“ (ganz vernünftig und bodenständig erscheinende Typen, die sich teils als Rationalisten und Atheisten ausgeben), „Glücks-Coach“, „Lichtarbeit“, „Energieheilung“, „Reiki“, „Transzendentale Meditation“, „Sonntagsmeditation“, „Feinstofflichkeit“, „Transformationstherapie“, „Seminare / Workshops“, „Erzengel (Gabriel)“, „NWO“ und grundsätzlich jegliche Formen von Psychogruppen, religiösen, spirituellen und esoterischen Gruppierungen. Sie werden Euch nicht helfen – ganz im Gegenteil. Besonders nicht, wenn es um die erfolgreiche Behandlung einer „Angststörung“ geht. Tut Euch und Eurer (ggf. angeschlagenen) Psyche bitte den Gefallen und unterlasst das Suchen nach diesen Begriffen.

Das Versagen des Gesundheitssystems

[…] sie haben vielleicht sogar unbewusst den richtigen Umgang mit ihrer „Krankheit“ entwickelt, aber sie wissen nicht warum. Das ist der Punkt.

Ein anderes großes Problem – wenn auch nicht ganz so groß wie das zuvor genannte – sehe ich in der Pharmaindustrie und den mangelhaft ausgebildeten Therapeuten. Die wenigsten Therapeuten können aus erster Hand berichten, wie sich eine „Angststörung“ und ähnlich beeinträchtigende Zustände anfühlen und wie man diese am effektivsten und langfristig heilt. Die Methoden der Therapeuten beruhen auf bloßen Theorien und den Erfahrungswerten mit / von verzweifelten Patienten. Es fehlen Kenntnisse außerhalb der menschlichen Psyche und somit der Weitblick. Oft kramen Therapeuten in der Vergangenheit eines Patienten herum und finden die Ursachen für häufige Panikattacken oder Depressionen in einer unglücklichen Kindheit. Dadurch wird jedoch höchstens deutlicher, weshalb der Patient eventuell anfälliger für eine „Angststörung“ ist… die wahre Ursache ist damit aber nicht erkannt und rückt die Heilung kein Stück näher.
Hier fehlt es der Heilung also schonmal an einem der elementarsten Bausteine – der richtigen Einstellung / dem richtigen Umgang mit dem Problem.

In den meisten Fällen schaffen Medikamente – in Großbritannien und den USA ist „Xanax“ sehr beliebt – Linderung, da sie die Reaktion auf Ängste und Symptome betäuben. Sie betäuben aber auch den Zugang zu positiven Emotionen. Dadurch wird der Kreislauf von „Angst-Adrenalin-Symptom-Angst-Adrenalin-Symptom“ zwar kurzzeitig geschwächt oder gar unterbrochen, aber der Patient weiß trotzdem immer noch nicht, weshalb er „krank“ ist und schon gar nicht, wie oder ob er ohne regelmäßige Einnahme von Tabletten „überleben“ könnte. Das führt nicht selten zur (mentalen) Tablettenabhängigkeit.
Medikamente sind nicht grundsätzlich schlecht! Aber sie sollten bedacht eigesetzt werden und lediglich kurzzeitig als Unterstützung neben einer vernünftigen und ergebnisorientierten Behandlung dienen. Es mag Patienten geben, die durch die ständige Einnahme von Medikamenten und einer halbherzigen Therapie scheinbar gesund oder zumindest wieder lebensfähig geworden sind… und sie haben vielleicht sogar unbewusst den richtigen Umgang mit ihrer „Krankheit“ entwickelt, aber sie wissen nicht warum. Das ist der Punkt. Sie laufen Gefahr, immer und immer wieder „krank“ zu werden; immer und immer wieder in die Klinik eingewiesen zu werden… und jeder Rückschlag raubt mehr die Hoffnung, irgendwann wieder ein „ganz normales“ Leben führen zu können. Und unter Umständen ist das nicht nur die eigene (angstbedingte) Vermutung – es gibt auch Ärzte und Therapeuten, die das immer noch vermitteln. Von dem uninformierten und ungeduldigen Bekanntenkreis mal abgesehen.
Wie ich bereits in den vorigen Artikel erwähnt habe, ist es elementar, zu wissen, was sich bei Ängsten und Depressionen im Körper abspielt. Elementar um die Heilung zu festeigen und zukünftig nicht wieder „krank“ zu werden. Denn auch noch Monate oder Jahre nachdem man glaubte, nie wieder in dieses Loch fallen zu können, kann genau das passieren; eben dann, wenn man nicht verstanden hat, warum genau man „krank“ war und wie genau man es geschafft hat, dort wieder heraus zu kommen.

Wie man „dort“ ganz natürlich und mit etwas Disziplin wieder herauskommt und draußen bleibt, darüber werde ich im kommenden und zugleich vorerst letzten Artikel (#04) berichten.
Falls Du die bisherigen Artikel genau gelesen hast (vielleicht auch drei oder vier Mal), ist das bereits die „halbe Miete“.

Alles Gute und passt auf Euch auf.

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