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Wir wünschen uns, in unserem Leben immer alles im Griff zu haben und alle anstehenden Pflichten und auch Spaß-Faktoren mit purer Leichtigkeit zu jonglieren. Allerdings ist diese Wunschvorstellung meistens sehr weit von der Realität entfernt. Die Karriere, Familie und Freunde, der Haushalt und die eigene Selbstfürsorge sollen nicht zu kurz kommen, sodass wir extrem hohe Erwartungen an uns selbst richten. Auch der gesellschaftliche Druck, immer das Beste in allen erdenklichen Bereichen aus sich herauszuholen, wächst zunehmend.

Das Resultat: Wir sind überfordert, die gewünschte Leichtigkeit fehlt und obendrein fühlen wir uns auch noch miserabel. Hinzu kommt, dass wir viel zu selten oder gar nicht darüber sprechen, obwohl es uns damit deutlich besser ginge, diese Erfahrung zu teilen, denn wirklich jede*r kennt es.

Ich glaube zwar nicht, dass wir es zu 100 % hinbekommen, unsere Aufmerksamkeit in gleichen Teilen in so viele unterschiedliche Bereiche einzuteilen, aber das müssen wir ja auch gar nicht. Die Kunst liegt vielmehr darin, ein Gleichgewicht möglicher zu machen, Druck rauszunehmen und herauszufinden, wo unsere Prioritäten liegen und welche Dinge wir loslassen können. Oder in welchen Bereichen wir uns alternativ auch Hilfe besorgen könnten, denn wir müssen nicht immer alles alleine schaffen.

6 Tipps gegen Überforderung und für mehr Balance im Leben

1. Plane deine Zeit realistisch ein

Wir haben nur ein gewisses Kontingent an Zeit pro Tag zur Verfügung. Eigentlich wissen wir das auch, aber dann nehmen wir uns doch mal wieder viel zu viel vor. Wir quetschen den Tag voller Aufgaben, vergessen zeitliche Puffer einzuplanen, verzichten auf Pausen und dann passiert es: Wir fühlen uns nicht nur ausgelaugt, sondern auch überfordert bei dem Blick auf unsere nicht enden wollende To-do-Liste.

Genau aus diesem Grund ist es so wichtig, dass wir unsere Zeit realistisch einplanen und Prioritäten setzen.

Für mich hat es sich im beruflichen Kontext beispielsweise bewährt 3 bis maximal 5 To-do’s (je nach Aufwand) pro Tag zu erledigen. Falls sich doch mal mehr Aufgaben einschleichen, was schnell mal vorkommen kann, wird neu geplant. Ich frage mich dann: Welche Aufgaben sind heute am wichtigsten? Gibt es eine Deadline für ein Projekt und was kann ggf. auch noch bis morgen warten?

Bevor ich mich also von einer möglichen Überforderung lähmen lasse, werde ich aktiv, reduziere und dann kann es wieder weitergehen.

Außerdem habe ich mir angewöhnt, auch Pausen und Zeit für mich (z. B. für Yoga o. Ä.) einzuplanen, denn gerade diese Regenerationsphasen sind so wichtig, wenn’s viel zu tun gibt. Und falls du jetzt denkst, dass du viel zu viel zu tun und überhaupt keine Muße hast auch noch Pausen oder Zeit für dich einzuplanen … ist der Zeitpunkt gekommen, es unbedingt zu machen. Gerade wenn wir viel um die Ohren haben, ist ein Ausgleich essenziell.

2. Frag nach Hilfe bzw. hol dir Hilfe

Oftmals denken wir, dass wir alles alleine wuppen müssen, aber dem ist nicht so. Es ist wichtig und richtig, wenn wir uns Hilfe holen.

Also überwinde dich und hol dir die Unterstützung, die du benötigst. Dies kann im privaten Umfeld erfolgen wie zum Beispiel die Großeltern öfter mal fragen, ob sie auf die Kinder aufpassen. Möglich ist es natürlich auch jemanden für die Hilfe zu bezahlen wie beispielsweise eine Reinigungskraft für das Haus (oder die Wohnung), die Steuern nicht mehr selbst zu machen, Freelancer*innen für bestimmte Aufgaben anzuheuern oder oder oder … Du verstehst sicherlich worauf ich hinaus will 😉

3. Organisier dich

Es ist unmöglich viele verschiedene Aktivitäten, ob nun beruflich oder privat, unter einen Hut zu bekommen, wenn man sich nicht die Zeit für das Wesentliche nimmt. Deswegen ist neben einer realistischen Zeiteinteilung die Organisation das A und O.

Nachdem du so sorgfältig geplant hast, ist es wichtig, dann auch dabei zu bleiben. Natürlich kann mal etwas Unerwartetes dazwischen kommen – so ist das Leben. Im Großen und Ganzen solltest du deine Planung jedoch nicht jeden Tag aufs Neue umschmeißen.

Vielleicht fühlt sich Planung für dich jetzt eher wie das Gegenteil von Balance und Leichtigkeit an. Jedoch sorgt ein Plan dafür, dass du jeden Tag weißt, welche Dinge zu tun sind. Durch diese neue Struktur ist es möglich, Pflichten auch mal schneller zu erledigen, weil man nicht jeden Tag erst überlegen muss, was eigentlich ansteht. Das nimmt Druck, Stress und Überforderung. Hinzu kommt, dass auch mal freie Zeitfenster entstehen, die man ganz spontan ohne große Planung füllen kann oder die Zeit auch mal mit Nichtstun verbringt 🙂

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4. Qualität über Quantität

Bei Balance geht es vor allem auch darum Qualität über Quantität zu wählen. Wir denken meistens je häufiger, desto besser – obwohl die Qualität viel viel wichtiger ist.

Ein Beispiel: Du triffst dich täglich mit einer Freundin und ihr verbringt die gemeinsame damit, die ganze Zeit nur auf euer Smartphone zu starren und durch Social Media zu scrollen. Wäre es stattdessen nicht viel schöner, wenn ihr euch beispielsweise 2 bis 4 Mal pro Monat trefft und wirklich präsent seid und die Zeit so auch wirklich miteinander verbringt und nicht nur halb anwesend seid? Auf diese Weise habt ihr doch vielmehr von einander.

5. Verabschiede dich von Schuldgefühlen

Wir kommen zum Eingemachten, denn Schuldgefühle sind fies und müssen in erster Linie ausgehalten werden. Gerade am Anfang.

Das Gefühl etwas tun zu müssen, ob uns das andere Personen oder wir uns selbst vermitteln, ist anstrengend. Du bist zu einer Party eingeladen, aber dir ist gerade überhaupt nicht danach? Dann ist es wichtig für sich selbst einzustehen und nein zu sagen. Auch wenn kurz darauf das schlechte Gewissen anklopft, musst du dich nicht schuldig fühlen. Nimm den Druck raus und entscheide nach deinen Prioritäten und deinem Befinden.

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6. Verzicht

Auf bestimmte Dinge oder Erlebnisse zu verzichten, klingt erstmal nicht so spaßig. Allerdings geht es beim Gleichgewicht oft darum Entscheidungen zu treffen, die anfangs vielleicht Scheiße sind, die sich auf lange Sicht jedoch auszahlen. Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, dass dir klar ist (oder wird), was dir im Leben wichtig ist, um entsprechend entscheiden zu können. Stichwort: Prioritäten setzen.

Möglicherweise lehnst du einen Abend mit Freunden in der Bar ab, weil du Zeit mit deiner Familie verbringen möchtest oder weil du am nächsten Tag gerne fit sein willst.


5 Comments

  • Posted 21. Juni 2021 21:18
    by Shadownlight

    Danke für die Tipps :).
    Liebe Grüße!

    • Posted 22. Juni 2021 10:37
      by Elisa

      Freut mich, wenn Dir die Tipps gefallen 🙂

      Liebste Grüße,
      Elisa

  • Posted 23. Juni 2021 11:55
    by Nicole

    Liebe Elisa,
    genauso ist es doch! Wir wollen alles und davon viel. Das erzeugt dann eben jene Überforderung von der du schreibst. Deshalb finde ich alles deine Tipps gut und vor allem: realisierbar!
    Wie sagte schon meine Ur-Oma: Man kann nicht auf allen Hochzeiten tanzen;).
    Liebe Grüße
    Nicole

    • Posted 29. Juni 2021 10:34
      by Elisa

      Liebe Nicole,

      wie schön, dass Dir die Tipps gefallen 🙂
      Und ja, da hatte deine Ur-Oma absolut Recht mit.

      Ganz liebe Grüße,
      Elisa

  • Trackback: Achtsamkeitsübungen: Stress & Gedankenkarussell stoppen

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