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Über das Thema und den Begriff »Manifestieren« oder »Manifestation« stolpert man aktuell immer und immer häufiger. Viele denken bei diesem Wort vermutlich nur an Esoterik oder Spiritualität und schreiben das Manifestieren aus diesem Grund direkt als hilfreiches Tool für sich und das eigene Leben ab.

Dies liegt daran, dass es einem eventuell zu kryptisch daher kommt oder man dazu einfach keinen Bezug haben möchte. Dabei ist das Manifestieren ein ganz natürlicher Prozess, welcher sowieso unterbewusst stattfindet.
Warum sollten wir uns diesen dann nicht zum Vorteil machen und uns gewisse Denkprozesse bewusst machen, um so unsere Wünsche und Ziele verwirklichen zu können?

Manifestieren Bedeutung

Der Begriff leitet sich von dem lateinischen Verb manifestare ab, was wörtlich übersetzt etwa „zeigen“, „offenbaren“ oder „deutlich machen“ bedeutet. Manifestieren bedeutet demnach „sich oder etwas offenbaren“, „sich zu erkennen geben“ oder „sichtbar werden / machen“. Analog zur ursprünglichen lateinischen Bedeutung kann es auch als Synonym für „etwas zum Ausdruck bringen“ gebraucht werden.

Andere Worte für manifestieren wären beispielsweise: „sich vor Augen führen“, „entfalten“, „veranschaulichen“, „erkennen lassen“, „herausbilden“ oder auch „fokussieren“.

Was ist Manifestieren? Manifestieren ist kein Esoterik-Ding, sondern ein natürlicher und wichtiger Prozess

Oben schon erwähnt, wird der Begriff »Manifestieren« in der modernen Spiritualität oder auch bei der persönlichen Entwicklung extrem häufig verwendet. Doch dabei ist das Manifestieren ein ganz natürlicher und bei den meisten von uns noch ein unterbewusster Prozess, der bereits tief in uns verankert ist. Allerdings sind wir in der Lage, diesen unbewussten Prozess auch bewusst wahrzunehmen, um uns so mit eigener Kraft in eine gewünschte Richtung zu lenken.

Beim Manifestieren geht es also vor allem darum, sich selbst und das eigene Leben ehrlich zu reflektieren und sich sichtbar beziehungsweise deutlich zu machen, was man vom Leben erwartet. Es geht hierbei übrigens nicht um kleine oberflächliche Wünsche, sondern ums große Ganze – unsere tiefgehenden inneren Wünsche und wie man das eigene Leben gestalten möchte.

Zudem kann und sollte sich der Prozess des Bewusstwerdens durch mehr Achtsamkeit und der anschließenden Manifestation auf unterschiedliche Lebensbereiche beziehen wie beispielsweise die Familie, die Partnerschaft, den Beruf, die Selbstfürsorge oder die Gesundheit und vieles mehr. Nur so kannst du dir vollumfänglich darüber bewusst werden, nach welchen Werten du leben möchtest, was dir wichtig ist und wie du dein Leben zukünftig gestalten möchtest.

Mögliche Fragestellungen könnten sein:

  • Was möchte ich wirklich vom Leben?
  • Welche Träume und Ziele habe ich?
  • Nach welchen Werten möchte ich leben?
  • Wie kann ich meine Prioritäten entsprechend setzen?
  • Wie sollte ich agieren, um meine Ziele zu verwirklichen?
  • Was macht mir Freude? Und wie hole ich mehr davon in mein Leben?
  • Welche alten, negativen und unpassenden Gedanken halten mich auf?

 

Lesetipp: So lernst du Prioritäten zu setzen

Unsere Gedanken

Die Kraft unserer Gedanken ist mächtig und wir unterschätzen diese leider viel zu oft. 

Wenn ich mir beispielsweise jeden Tag selbst einrede, dass ich zu nichts zu gebrauchen bin und nichts kann – glaube ich dies auch irgendwann und handle dementsprechend oder in diesem Fall vermutlich gar nicht mehr.

Daher ist es umso wichtiger, solche negativen Gedankenspiralen aufzudecken, zu hinterfragen und entweder gänzlich zu streichen oder mit anderen positiven Gedanken zu ersetzen. Genau wie wir unsere schlechten Gewohnheiten mit Achtsamkeit und Disziplin ändern können, können wir auch unsere Gedanken und Glaubenssätze ins Positive umkehren.

Lesetipp: Schlechte Gewohnheiten ändern

Mögliche Fragestellungen können sein:

  • Woher kommen diese Gedanken / falschen Glaubenssätze? (z. B. aus der schulischen Laufbahn, der Familie etc.)
  • Bin ich von diesem Gedanken wirklich überzeugt und möchte daran festhalten?
  • Wie kann ich diesen inneren Kritiker leiser stellen und mir selbst wieder mehr Vertrauen schenken?
  • Wie kann ich negative Gedanken in positive Gedanken umwandeln?

Manifestieren lernen: Wie kann ich etwas manifestieren?

Gerade am Anfang weiß man oft nicht so wirklich, wie man mit dem Manifestieren eigentlich beginnen soll. Dies liegt daran, dass das ganze Konzept noch neu ist und vielleicht auch nicht richtig greifbar, wenn man sich bisher noch nicht intensiv mit sich selbst auseinandergesetzt hat.

Aus diesem Grund möchte ich dir vier Schritte und hilfreiche Tools zeigen, mit denen du das Manifestieren lernen kannst.

1. Ehrliche Selbstreflexion

Eine ehrliche und auch regelmäßige Selbstreflexion ist essenziell, um zu wissen, was du eigentlich vom Leben möchtest. Dies mag gerade am Anfang etwas unbequem, intensiv und anstrengend sein, aber ohne diesen Schritt funktioniert es nicht. Wichtig ist, dass du nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern wirklich in die Tiefe gehst und dich mit dir, deinen Gedanken und Wünschen auseinandersetzt.

Neben den Fragestellungen, die du weiter oben schon findest, könntest du dich auch noch Folgendes fragen:

      • Was ist mir wichtig?
      • Mit wem verbringe ich am liebsten meine Zeit?
      • Womit verbringe ich meine Zeit gerne?
      • Womit bin ich aktuell unzufrieden und könnte ich daran aktiv etwas verändern?
      • Was wünsche ich mir fürs Leben?
      • Womit verbringe ich aktuell meine Zeit? Und erfüllen mich diese Dinge oder würde ich stattdessen lieber etwas anderes tun?
      • Wie kann ich mir Dinge, die vielleicht nicht so viel Freude machen (z. B. der Abwasch) angenehmer gestalten?

Und noch ein Tipp: Diese Selbstreflexion solltest du nun regelmäßig anwenden, denn Wünsche und Ziele können sich mit der Zeit auch verändern. Es ist einfach wichtig, dass du regelmäßig mit dir selbst in Kontakt stehst, um zu wissen, was du möchtest.

2. Manifestieren und hilfreiche Tools zum Manifestieren

Nach der Selbstreflexion erfolgt nun der Schritt der Manifestation. Hierbei geht es darum, dass du dir die gewünschte Veränderung, Träume und Ziele bereits ganz genau vorstellst und am besten auch für dich festhältst.

2.1. Vision Board

Für viele ist es beispielsweise hilfreich dies visuell in Form eines Vision Boards festzuhalten. So kannst du es regelmäßig anschauen, sehen was du vielleicht schon erreicht hast, dich wieder neu motivieren oder auch checken, ob sich deine Wünsche vielleicht auch mit der Zeit verändert haben. Mehr zur Erstellung eines Vision Boards erfährst du in diesem Artikel.

2.2 Bullet Journal

Eine weitere Option, um deine Wünsche und Ziele zu konkretisieren und festzuhalten ist ein Bullet Journal. Hier kannst du Listen für unterschiedliche Lebensbereiche anlegen, diese überarbeiten und dich kreativ ausleben. Mehr Ideen zur Gestaltung eines Bullet Journals findest du in diesem Artikel.

2.3. Affirmationen

Eine weitere Möglichkeit dein Traumleben zu manifestieren, sind Affirmationen. Hierfür ist es wichtig, dass du dir vorab konkrete Sätze formulierst, die dein Ziel beschreiben, als hättest du es bereits erreicht. Falls eines deiner Ziele zum Beispiel die finanzielle Freiheit ist, solltest dein Satz lauten: „Ich bin finanziell frei!“ und nicht „Ich habe keine Geldsorgen mehr.“ Nutze immer eine positive Formulierung.

Deine Affirmationen kannst du entweder in einer Notizen-App oder auch in deinem Bullet Journal festhalten.

2.4. Meditation

Auch die Meditation kann ein hilfreiches Tool zum Manifestieren sein. Hier kannst du dir dein Traumleben ganz genau vorstellen. Am besten stellst du dir auch alles bis ins kleinste Detail vor: Wie fühlst du dich? Wie sieht deine Umgebung aus? etc.
Eine weitere Alternative ist es, dass du dir beim Meditieren deine selbst geschrieben Affirmationen aufsagst, um diese noch mehr zu festigen.

2.5. Finde deine persönliche Variante

Beim Manifestieren ist es wichtig, dass du deinen Weg findest. Du kannst diese vier Möglichkeiten nutzen, sie miteinander kombinieren oder dir auch ganz neue Wege suchen. Wichtig ist es jedoch immer, dass deine Formulierungen positiv gewählt sind, dich motivieren und du regelmäßig prüfst wie aktuell diese sind.

3. Entscheidungen treffen

Du weißt inzwischen, was dir wichtig ist und wie du dein Leben gestalten möchtest. Danach ist es essenziell, Entscheidungen für diesen neuen Lebensstil beziehungsweise Lebensweg zu treffen.

Vielleicht ist Gesundheit ein wichtiger Punkt auf deiner Prioritätenliste und möchtest damit beginnen, dich gesünder zu ernähren und mehr Sport zu machen. Dann beginnst du vermutlich erst einmal dich einzulesen oder das ein oder andere Rezept auszuprobieren. Eventuell testest du auch unterschiedliche Sportarten, um herauszufinden, was dir Spaß macht. All das sind erste Entscheidungen für deinen Wunsch und die ersten Schritte Richtung Ziel.

4. Ins Handeln kommen & dranbleiben

Okay, genau genommen beginnt das erste Handeln bereits in Schritt 3 😉

Doch im vierten Schritt geht es nicht nur darum ins Handeln zu kommen, sondern auch dranzubleiben. Und hier liegt oftmals die Krux. Anfänglich sind wir alle motiviert, aber einen bestimmten Lebenswandel (siehe Beispiel Gesundheit oben) auch dauerhaft ins Leben zu integrieren, erfordert Durchhaltevermögen. Wenn wir eine Woche gesund essen und anschließend wieder nur zu Fertiggerichten greifen, werden wir das Ziel einer dauerhaften gesunden und ausgewogenen Ernährung nicht erreichen können.

Und weil das Dranbleiben manchmal echt schwerfallen kann (Stichworte: Inneren Schweinehund besiegen) ist es so wichtig, dein WARUM zu kennen, welches du im ersten Schritt herausgefunden hast. So kannst du dir dies immer wieder vor Augen führen und entsprechend weitermachen.

Mögliche Fehler beim Manifestieren

Beim Manifestieren können auch ein paar Stolpersteine lauern, damit du diese im Blick hast, liste ich dir die häufigsten vier einmal auf.

1. Nicht Handeln

Einer der größten Stolpersteine beim Manifestieren besteht darin, nicht zu handeln.

Viele Personen gehen davon aus, dass es völlig ausreicht sich bestimmte Dinge ins Leben zu wünschen, ohne aktiv zu werden. Diese Vorstellung ist natürlich schön und vor allem einfach, aber sind wir doch mal ehrlich: Hat das schon mal irgendwann funktioniert?

Wenn ich eine gute Note schreiben will, muss ich dafür lernen. Wenn ich gesünder leben möchte, sollte ich meine Ernährung umstellen und nicht jeden Tag Fast Food essen. Wenn ich morgens früher aufstehen will und fit sein möchte, sollte ich am Abend davor bestenfalls eher ins Bett gehen. Die Liste an Beispielen kann ich endlos so fortführen … ich denke du weißt, worauf ich hinaus möchte 😉

2. Fehlende Dankbarkeit

Es ist natürlich wunderbar und wichtig seine Wünsche und Ziele zu kennen, aber wir sollten nicht immer nur in die Zukunft schauen. Auch in der Gegenwart gibt es sicherlich schon viele Dinge, die dir Freude machen, die dir gut tun und die du nicht mehr missen möchtest. Deshalb ist es notwendig, sich regelmäßig bewusst zu machen, was im Hier und Jetzt schon da ist und dafür dankbar zu sein.

Übrigens gerade die vermeintlich kleinen Dinge im Leben können einen großen Unterschied machen.

Lesetipp: Dankbarkeitstagebuch schreiben

3. Toxische Positivität

Das ständige positive Denken kann auch seine Tücken haben, daher ist hier Vorsicht geboten. Es gibt im Leben einfach bestimmte Situationen, die sind nicht schön oder positiv (z. B. einen geliebten Menschen zu verlieren). Hier ist es vollkommen in Ordnung, seinen Gefühlen (in dem Fall Trauer) den notwendigen Platz einzuräumen und diese nicht in einer toxischen Positivität zu ertränken.

Kein Mensch kann dauerhaft überglücklich und nur positiv gestimmt sein und das ist vollkommen in Ordnung. Außerdem würde unser Körper das auch gar nicht mitmachen. Das Ganze soll heißen, dass es bei Positivität nicht darum geht, dass wir unsere Gefühle unterdrücken, denn wir sollen und dürfen wütend, traurig, ängstlich (und eben alles, was unsere Gefühlspalette bietet) sein.

Hier ein Beispiel zur Wut:
Es geht darum, dass wir nicht dauerhaft in einem Gefühlszustand der Wut bleiben, sondern diese zulassen, reflektieren und schauen „Was macht mich gerade eigentlich so wütend?“.
Anschließend können wir versuchen eine Lösung zu finden wie man den Wut-Trigger beseitigen könnte. Falls dies aus irgendeinem Grund nicht möglich ist, sollten wir schauen, wie wir ab sofort stattdessen damit umgehen möchten.

Falsch wäre es zu denken „Andere haben es doch viel schlimmer, sei dankbar!“. Denn hiermit unterdrücken wir unsere Wut, sind im Bereich der toxischen Positivität und das kann auf Dauer sehr gefährlich sein.

4. Ungeduld

Veränderung benötigt Zeit.

Daher erwarte bitte nicht, dass sich dein Leben innerhalb einer Woche oder eines Monats rasant verändert. Essenziell für Veränderung ist vor allem das Dranbleiben und hierzu ist es erforderlich, dass du dich selbst motivierst und deine Vision (Wünsche und Ziele) vor Augen hast.

Und auch wenn es etwas abgedroschen klingt, genieße den Weg zum Ziel und jeden noch so kleinen Fortschritt.

 


 

6 Comments

  • Posted 2 Tagen ago 16:47
    by Shadownlight

    Danke für die gute Erklärung!
    Liebe Grüße!

    • Posted 1 Tag ago 9:35
      by Elisa

      Freut mich, dass Dir der Artikel übers Manifestieren so gut gefällt 🙂

      Liebste Grüße und hab einen tollen Tag,
      Elisa

  • Posted 24 Stunden ago 10:43
    by Nicole

    Liebe Elisa,
    das hast du toll aufgeführt und zusammengebracht. Viele Aspekte, die sich miteinander verzahnen.
    Sehr gelungen!
    Liebste Grüße
    Nicole

    • Posted 2 Stunden ago 11:50
      by Elisa

      Liebe Nicole,

      wie schön, das zu hören 🙂
      Danke für Dein Feedback.

      Liebste Grüße,
      Elisa

  • Posted 21 Stunden ago 12:59
    by Sabine Gimm

    Eine schöne Übersicht der Selbstreflexion. Gefällt mir 🙂

    Liebe Grüße Sabine

    • Posted 2 Stunden ago 11:49
      by Elisa

      Liebe Sabine,

      freut mich sehr, dass Dir der Artikel zum Thema Manifestieren
      so gut gefällt. Danke für Dein Feedback.

      Sonnige Grüße,
      Elisa

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